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Zehn Jahre DPCW: Welchen Weg geht die Menschheit?
14.03.2026 · 10 Min. Lesezeit · HWPL Österreich
Krieg ist kein historisches Phänomen, sondern Alltag der internationalen Politik. Trotz Völkerrecht und multilateraler Institutionen bricht Gewalt immer wieder aus. Vor zehn Jahren formulierte die Declaration of Peace and Cessation of War (DPCW) einen Vorschlag, wie sich das ändern lässt, und zwar nicht durch noch eine Absichtserklärung, sondern durch verbindliche Strukturen.
HWPL und die DPCW
Die DPCW ist kein Text aus abstrakten Idealen, sondern ein konkreter Völkerrechtsentwurf. HWPL, Heavenly Culture, World Peace, Restoration of Light, ist die internationale NGO, die sie ausgerufen hat. Gegründet wurde die Organisation, um Menschen vor den Folgen von Krieg zu schützen und an einer dauerhaften Friedensordnung mitzuarbeiten.
Den Anstoß gaben die Kriegserfahrungen des HWPL-Gründers. Als junger Soldat im Koreakrieg erlebte er die Verwüstungen aus nächster Nähe. Daraus wuchs die Überzeugung, dass nachfolgende Generationen nicht erneut in dieselben Konfliktmuster gezogen werden dürfen, und dass dafür eine institutionelle Grundlage nötig ist.
Einen wichtigen Wendepunkt markierte der erste HWPL-Weltfriedensgipfel im September 2014 in Seoul. Politische, religiöse und zivilgesellschaftliche Vertreter:innen aus aller Welt einigten sich darauf, dass internationale Standards nicht nur reaktiv wirken sollen, sondern aktiv Krieg verhindern müssen. Um diese Vision umzusetzen, gründete HWPL 2015 das International Law Peace Committee (ILPC) mit Völkerrechtsexpert:innen aus mehreren Kontinenten. Aus deren Arbeit entstand die DPCW mit ihren 10 Artikeln und 38 Klauseln, die am 14. März 2016 offiziell proklamiert wurde.
Was die DPCW konkret vorschlägt
Die DPCW formuliert Mindeststandards für den Umgang mit Gewalt und Verfahren zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten. Sie stärkt internationale Zusammenarbeit und kollektive Sicherheit, und sie räumt Religion und Zivilgesellschaft eine ausdrückliche Rolle ein.
Der Entwurf ersetzt nicht das bestehende Völkerrecht. Er bündelt vielmehr bereits anerkannte Prinzipien und strukturiert sie so, dass sie in der Praxis tragfähig werden. Sein Kern ist eine Frage, die sich schlicht stellt: Selbst wenn Konflikte unvermeidlich sind, müssen sie zwangsläufig in Krieg münden?
Wachsende internationale Unterstützung
Seit der Proklamation wird die DPCW von internationalen Organisationen und nationalen Parlamenten getragen. Regionale Gremien wie das Panafrikanische Parlament (PAP), das Zentralamerikanische Parlament (PARLACEN) und das Lateinamerikanisch-Karibische Parlament (PARLATINO) haben Resolutionen zur Unterstützung verabschiedet. Nationale Parlamente in Paraguay, der Dominikanischen Republik und im Südsudan sind diesem Schritt gefolgt. Über 922.000 Bürger:innen aus 178 Ländern haben die Erklärung mit ihrer Unterschrift bestärkt (Stand 2026).
Das zeigt: Normen entstehen nicht nur in Außenministerien, sondern auch durch zivilgesellschaftlichen Druck. Gleichzeitig bleibt die Realität schwierig. Konflikte bestehen fort, Machtpolitik wirkt, und die Transformation, die die DPCW vorsieht, ist ein laufender Prozess.
Frieden als Vermächtnis, nicht als Wunsch
Über Jahrhunderte hat die Menschheit Ordnung durch Machtüberlegenheit hergestellt. Die DPCW stellt diesem Muster eine strukturelle Frage entgegen: Lässt sich eine internationale Ordnung aufbauen, die Konflikte über Verfahren, Zusammenarbeit und Institutionen reguliert, statt über bewaffnete Auseinandersetzungen?
Das vergangene Jahrzehnt diente dazu, diese Frage in die internationale Gemeinschaft hineinzutragen und erste institutionelle wie gesellschaftliche Grundlagen zu schaffen. Die Aufgabe der nächsten Jahre liegt darin, die DPCW-Prinzipien in der tatsächlichen Praxis des internationalen Systems zu verankern.
Welchen Weg geht die Menschheit?
Nicht den, auf dem Krieg Mittel der Konfliktbearbeitung bleibt, sondern einen, der Frieden strukturell absichert. Ob Konflikte in Krieg eskalieren oder nach klaren Regeln behandelt werden, ist letztlich eine politische Entscheidung. Die DPCW liefert dafür einen konkreten institutionellen Rahmen. Die Diskussionen und Bündnisse der vergangenen zehn Jahre haben gezeigt, dass diese Vision tragfähig ist. Offen bleibt nur eine Frage: Wird sie in der internationalen Ordnung Fuß fassen, oder bleibt sie eine weitere Erklärung unter vielen?
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